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Panikstörung

Von Panikstörungen spricht man, wenn Panikattacken wiederholt auftreten. Häufig entwickelt sich eine Erwartungsangst vor der nächsten Attacke (Agoraphobie). Auch sozialer Rückzug kann eine Folge der Panikstörung sein.

Früher wurde die Angst- und Panikstörung als eine Form der Neurose (Angstneurose) bezeichnet. Inzwischen wird der Neurosebegriff allerdings nur noch selten verwendet.

Panikattacken können besonders bei Männern im Zusammenhang mit depressiven Störungen auftreten.

Unterschied zwischen Panikstörung und Phobie

Die wesentlichen Kennzeichen von Panikstörungen sind wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind.

Im Gegensatz dazu spricht man von Phobien, wenn sich die Panikattacke auf eine bestimmte Situation (zum Beispiel eingesperrt sein → Klaustrophobie) oder einen bestimmten Gegenstand (Spinnen-Phobie) bezieht. Tritt eine Panikattacke also in einer eindeutig phobischen Situation auf, wird sie als Phobie gewertet. Eine Panikstörung wird nur bei Fehlen der Phobien diagnostiziert.

Trotz der unterschiedlichen Bezeichnung sind die Symptome bei Panikattacken und Phobien meist sehr ähnlich. Phobien sind jedoch einfacher zu Therapieren, weil man eine angstbesetzte Situation gezielt herbeiführen kann.

Ursachen von Panikstörungen

Über die Entstehung von Angst bestehen verschiedene, vielschichtige Theorien:

  1. Psychoanalytische Theorien
  2. Lerntheoretische Erklärungen
  3. Neurobiologische Aspekte

Die Punkte 1 und 2 suchen die Ursachen für Angst- und Panikstörungen in bestimmten Umweltbedingungen. Aber warum entwickeln nicht alle Menschen unter ähnlichen Lernbedingungen Phobien?

Es wird davon ausgegangen, dass nicht allein schlechte Lernerfahrungen zu der Ausbildung einer Phobie führen, sondern dass dazu zusätzlich eine biologische Disposition bestehen muss. Ein Faktor, der hierbei eine Rolle zu spielen scheint, ist die Labilität oder Stabilität des autonomen Nervensystems.

Das autonome Nervensystem reguliert und kontrolliert die Funktionen der inneren Organe, z.B. Herz und Atmung. Bei Angstpatienten scheint es so zu sein, dass sie über ein labiles autonomes Nervensystem verfügen, das leicht durch verschiedenste Reize erregt werden kann. Dies führt dazu, dass Angstsymptome besonders schnell ausgebildet werden können.

Die Labilität des autonomen Nervensystems scheint angeboren zu sein. Weitere neurobiologische Befunde zeigen, dass bei Angstpatienten Besonderheiten bezüglich der Aktivität bestimmter Hirnregionen und der zugehörigen Botenstoffe vorliegen.

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Erzeugt Freitag, 2. März 2012
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Geändert Freitag, 2. März 2012
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