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Die Landung

Ich fasse nochmals die momentane Lage zusammen:

Radaranzeige
Höhenmesser
Navigationsdisplay

Wir fliegen mit Autopilot auf Kurs 125, also ca. in einem 30 Grad Winkel auf den Landekurs zu (siehe Bild Links). Wir sind soeben auf 3'400 Fuss gesunken (Bild Mitte) und unsere Geschwindigkeit beträgt noch 190 Knoten. Im Kursanzeiger (Rechts) sieht man an der Lage des violetten Balkens, in welchem Winkel wir uns auf den Gleitpfad zu bewegen. Der violette Balken stellt den Gleitpfad dar. Wir befinden uns höhenmässig unterhalb des Gleitpfades, was man am violetten Dreieck sieht, welches oberhalb des mittleren Balkens steht. Das kleine violette Rechteck oben an der Skala zeigt uns den im Autopiloten programmierten Kurs an (HDG 125).

Der Autopilot ist bereits auf APR geschaltet und übernimmt die Steuerung auf den Landekurs. Wir haben uns bereits so dem Gleitpfad genähert, dass der Autopilot eine Rechtskurve eingeleitet hat, um auf den Gleitpfad zu schwenken. Deshalb die Kursanzeige 130. Der Wert links davon (DME 12.1) gibt an, wie weit wir noch vom Aufsetzpunkt entfernt sind, also 12.1 Meilen.

Unsere Geschwindigkeit reduziert sich langsam bis auf 180 Knoten, wie im Autopiloten eingestellt. Da wir die soeben erreichte Höhe von 3'400 halten sollen, bis der Gleitpfad erreicht ist, hebt sich nun die Nase des Flugzeugs automatisch bis 10 Grad, damit wir bei diesem Langsamflug keine Höhe verlieren. Um die Nase etwas senken zu können und mehr Auftrieb zu erhalten, fahren wir die Landeklappen auf 15 Grad heraus.

Flaps Lever Landeklappen ausgefahren 
(Klick: Zoom)

Der Autopilot dreht das Flugzeug langsam in Richtung Landebahn, welche nun in Sichtweite ist. Wir stellen HDG im Autopiloten auf Kurs 156. Das hat keine Auswirkung, weil der Autopilot jetzt dem Gleitpfad folgt. Aber wenn wir durchstarten müssen ist der Kurs schon mal eingestellt.

Für die Landung reicht laut Handbuch eine Geschwindigkeit von 147 Knoten. Der Gleitpfad befindet sich nun genau über uns. Sobald wir ihn erreicht haben, wird der Autopilot dem Gleitpfad folgen und die Landung einleiten, d.h. weiter sinken. Wir wollen nun die Geschwindigkeit so reduzieren, dass wir bei Erreichen des Gleitpfades noch knapp 155 Knoten haben. Dazu programmieren wir den Autopiloten auf 150 Knoten und fahren die Landeklappen auf 30 Grad.

Sobald sich die violette Nadel auf dem Kursanzeiger nach unten bewegt, fahren wir das Fahrwerk aus, was uns hilft, die Geschwindigkeit während des nun beginnenden Sinkfluges weiter zu reduzieren.

Navigationsdisplay Fahrwerkshebel Fahrwerk ausgefahren 
(Klick: Zoom)

Die violette Nadel hat nun den Balken erreicht und der Autopilot beginnt mit der Landung. Wir reduzieren die Geschwindigkeit auf 145 Knoten am Autopiloten. Bei dieser Geschwindigkeit zeigt die Nase beim Aufsetzen leicht nach oben, sodass zuerst die hinteren Räder Bodenkontakt haben werden. Aber wir müssen das Flugzeug vorher sowieso noch etwas abfangen, weil sonst die Sinkgeschwindigkeit auf dem Gleitpfad mit 750 Fuss pro Minute noch etwas zu gross ist. Wir wollen ja keinen Hopser machen oder gar das Fahrwerk beschädigen.

Wir sind jetzt auf dem Gleitpfad im Sinkflug und verlangsamen auf 147 Knoten. Es meldet sich wieder der Lotse:

29:07Orbit 1123, rufen sie Zürich Kontrollturm auf 118.1, schönen Tag noch.
Rufe Zürich Kontrollturm auf 118.1, Orbit 1123, schönen Tag noch.

Wir schalten um auf Zürich Kontrollturm und rufen:

Zürich Kontrollturm, Orbit 1123 auf ILS-Bahn 16-Anflug auf 5 Meilen Nordwest.
Orbit 1123, Zürich Kontrollturm, Direkter Einflug, Bahn 16. Aktuelle Höhe 2992.

Die Höhe haben wir schon eingestellt. Wir erwarten noch die Freigabe für die Landung oder die Anweisung, durchzustarten.

29:40Orbit 1123, Freigabe erteilt für Landung auf Bahn 16, Nummer 1 für Landung.
Freigabe für Landung Bahn 16 erteilt, Nummer 1 für Landung, Orbit 1123.

Wir haben die Erlaubnis zur Landung auf Bahn 16 erhalten und müssen nicht durchstarten, die Piste ist frei. 'Nummer 1 für Landung' bedeutet, dass wir in der Reihe der Flugzeuge, die gerade auf dem Gleitweg sind, das vorderste sind.

Landebahn voraus 
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Wir sind kurz vor dem Aufsetzen. Das Flugzeug liegt horizontal in der Luft und macht 147 Knoten bei einer Sinkrate von 750 Fuss pro Minute. Das Fahrwerk ist ausgefahren, die Klappen bei 30 Grad, der Autopilot ist noch eingeschaltet auf APR und automatische Schubkontrolle IAS. Die Fluglage und Geschwindigkeit ist stabil, wir schweben der Landebahn entgegen.

Beachte, dass die Leistung der Triebwerke auf 54% steht. Wir erinnern uns, dass beim Abflug bei einer Steigleistung von 3'000 Fuss pro Minute 75% Leistung nötig waren, nur 21% mehr! Wegen dem hohen Luftwiderstand der Räder und der Landeklappen braucht es jetzt trotz Sinkflug 54% Leistung!

Ich schalte jetzt die automatische Schubkontrolle aus, indem ich A/T ARM beim Autopiloten ausschalte. Kurz vor dem Aufsetzen schalte ich den Autopiloten ganz aus und ziehe die Nase leicht nach oben, um das Flugzeug abzufangen und damit zuerst die hinteren Räder aufsetzen.

Beim Aufsetzen 
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Sobald das Flugzeug aufsetzt, nehme ich den Schub zurück, gehe auf Gegenschub und fahre die Störklappen aus.

Gegenschub 
(Klick: Zoom)

Die Geschwindigkeit reduziert sich schnell. Bei 60 Knoten schalte ich den Gegenschub wieder aus. Jetzt trete ich in die Pedale, um mit den Rädern zu bremsen. Die Störklappen und die Landeklappen kann ich jetzt auch einfahren. Bei 15 Knoten höre ich auf zu bremsen und lass das Flugzeug auf die nächste Ausfahrt zurollen. Bei 12 Knoten gebe ich ganz leicht Schub, um die Geschwindigkeit zu halten und verlasse die Landebahn über die nächstgelegene Ausfahrt.

Gelandet 
(Klick: Zoom)

Wenn ich die Piste verlassen hab, meldet sich der Kontrollturm ein letztes mal:

Orbit 1123, Rufen sie Zürich Boden auf 118.1, schönen Tag noch.
118.1 für Orbit 1123, schönen Tag noch.

Analog wie beim Start in Genf weist mir der Lotse einen Parkplatz zu und weist mir den Weg dorthin. Das ersparen wir uns hier. Am Gate angekommen, werden die Triebwerke ausgeschaltet, die Lichter gelöscht und die Instrumente zurückgesetzt und ausgeschaltet. Dann können wir aussteigen. Wir sind am Ziel.

Zusammenfassung der Flugabschnitte

Aufstieg 7:15
Reiseflug 4:41
Landung 19:57
Total 31:53

Von Gate zu Gate brauchen wir etwa 1 Stunde. Reine Flugzeit, wenn alles klappt, ist 32 Minuten. Für diese kurze Strecke befanden wir uns nur gerade knapp 5 Minuten auf Reiseflughöhe.

Danke, dass Du mit mir geflogen bist!
Geniesse noch die Bildergallerie.

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Erzeugt Samstag, 14. November 2009
von wabis
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Geändert Montag, 27. Juli 2015
von wabis