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Definition der Wirkung

Mathematisch stellt man ein System von bewegten Teilchen als eine Menge von Funktionen der Zeit dar. Für jede Komponente, die sich ändern kann, gibt es eine Funktion . So braucht es zum Beispiel für 2 Teilchen, die sich im Raum bewegen können, 6 Funktionen, für jede der Koordinaten (x, y, z) je eine.

Trajektorie

Wenn wir alle in eine N-dimensionalen Ebene legen und die Zeitachse nach oben festlegen, so kann man die N-dimensionale Bahnkurve der Teilchen aufzeichnen (siehe Bild). Diese Kurve wird Trajektorie genannt. Die Trajektorie repräsentiert die Bewegung aller Teilchen in einer einzigen Kurve.

Betrachten wir die Trajektorie zwischen den Punkten und . Von allen möglichen Trajektorien wählt die Natur nun jene aus, welche die kleinste Wirkung hat:

 Prinzip der kleinsten Wirkung (Principle of least Action)

Lagrange-Funktion

Bevor wir die Wirkung eines Systems berechnen können, muss in einem Zwischenschritt die sog. Langrange-Funktion berechnet werden:

Für jeden Punkt der Trajektorie und jede zugehörige Geschwindigkeit kann man über die Lagrange-Funktion einen einzelnen Wert berechnen. Sie ist abhängig von der Zeit t, allen Koordinaten und allen Geschwindigkeiten :

(1)

Die Lagrange-Funktion ist in der klassischen Mechanik wiefolgt definiert:

(2)

wobei'
' =' 'kinetische Energie des Systems
' =' 'potentielle Energie des Systems

Die kinetische Energie T ist üblicherweise eine Funktion der Geschwindigkeiten , während die potentielle Energie V eine Funktion der Positionen ist.

Die Wirkung

Die Wirkung W ist definiert als das zeitliche Integral der Lagrange-Funktion zwischen zwei Punkten t1 und t2. Jeder möglichen Trajektorie Γ zwischen Start- und Endpunkt ordnet die Wirkung den folgenden Wert zu:

(3)

Die Grösse W(Γ) hat die Dimension Energie · Zeit = Wirkung. Daher hat diese Grösse ihren Namen. Sie hat nichts mit einer Wirkung im umgangssprachlichen Sinn zu tun.

Für jede mögliche Trajektorie Γ kann somit eine Wirkung W(Γ) (eine Zahl) berechnet werden. Die Wirkung ist eine Funktion von einer Menge von Funktionen und . Eine Funktion, die von Funktionen abhängig ist, nennt man ein Funktional (Functional).

Gesucht wird nun jene Menge von Funktionen und , bzw. jene Trajektorie, bei der die Wirkung W minimal oder stationär wird. Diese Funktions-Menge und ist die Lösung, welche in der Natur beobachtet wird.

Eine Funktion ist dort minimal oder stationär, wo ihre Ableitung Null ist. In unserem Fall ist die Ableitung nicht so einfach zu bilden, weil W nicht einfach eine Funktion von Variablen ist, sondern eine Funktion von Funktionen - ein Functional.

Ein einfaches Beispiel für die Berechnung der kleinsten Wirkung findest du auf der Seite

Zusammenfassung

Dies ist eine globale Formulierung des Prinzips der kleinsten Wirkung. In der Praxis kennt man jedoch nicht 2 Punkte P1 und P2 durch die eine Trajektorie geht, sondern nur die Start-Koordinaten und die Start-Geschwindigkeiten am Punkt P1. Gesucht sind nun lokale Funktionen, die angewandt auf jeden Punkt zum nächsten Punkt auf der Trajektorie führen, welche die kleinste Wirkung hat.

Durch Variation der Trajektorie und bestimmen der Trajektorie mit der kleinsten Wirkung stossen wir auf die Euler-Lagrange-Gleichung, einer lokalen Formulierung des Prinzips der kleinsten Wirkung.

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Erzeugt Sonntag, 3. Januar 2010
von wabis
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Geändert Samstag, 17. Januar 2015
von wabis