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Fliegen von Verkehrsflugzeugen

 Zum Kurs: Ein Flug im Simulator

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ZoomCockpit einer Boeing 737

Mich hat schon immer interessiert, was im Cockpit eines grossen Verkehrsflugzeuges vor, während und nach dem Flug vor sich geht. Ich besitze diverse Flugsimulatoren von Microsoft, aktuell die Version FSX und FS9 und einige Add-ons (Airbus A-330/340 und Boeing 737 von PMDG). Die im FSX und FS9 enthalten Verkehrsflugzeuge sind etwas eingeschränkt, damit sie auch von Laien relativ einfach geflogen werden können. So fehlen z.B. die Bordcomputer für die automatische Streckenführung und Berechnung des Treibstoffvorates und viele weitere Systeme wie Hydraulik, Airconditioning, Bleed-Air, Elektrik, Engine-Control, TCAS Kollisionswarnsystem, Höhenradar, Wetterradar usw. Die meisten dieser Systeme sind allerdings in den Add-ons enthalten und funktionieren wie in richtigen Flugzeugen.

Im Flugsimulator ist auch die Flugsicherung eingebaut. Das heisst, man kann bei der Flugsicherung die Flugfreigabe einholen, das Wetter, die Freigabe zum Rollen, die Startfreigabe usw. Man wird von der Flugsicherung per Sprachausgabe auf dem programmierten Kurs geführt, man erhält Luftdruck und Höhenangaben, die man zu fliegen hat und man wird auf die aktuelle Landebahn dirigiert. Wie in einem echten Flugzeug!

Ebenfalls simuliert wird das Wetter. Man kann sich entweder ein Wetter selbst zusammen stellen oder gleich das aktuelle Wetter aus dem Internet laden. Das Wetter mit Wind, Regen, Schnee, Wolken, Gewitter, Böen, Nebel usw. wird realistisch dargestellt und simuliert. Man kann sich wie im richtigen Flugzeug vom ATIS (Wetterdienst per Funk) die aktuellen Wetterdaten und aktuellen Start- und Landebahnen abhören. Alles in Englisch natürlich.

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ZoomOverhead Panel einer 737

Zu den Add-on-Flugzeugen, bei denen alle wichtigen Systeme vorhanden sind und richtig bedient werden müssen, gibt es umfangreiche Handbücher, in denen die Systeme erklärt werden. Es gibt Schulungsunterlagen, wie man den Bordcomputer (FMS Flight Management System) programmiert. Man kann wie beim richtigen Flugzeug die Flugstrecke planen, die Wettervorhersage für die ganze Strecke einholen, die Flughöhe und den Treibstoffverbrauch berechnen, abhängig vom Ladegewicht des Flugzeugs, die verschiedenen Startgeschwindigkeiten, Klappenstellungen, Triebwerksleistungen und Steigraten berechnen usw. Viele dieser Daten müssen dann in den Bordcomputer einprogrammiert werden, damit dieser zu jeder Zeit alle nötigen Daten während des Fluges berechnen kann.

Damit man bei den vielen hundert Schaltern und Knöpfen in einem Cockpit nichts vergisst, gibt es für jede Flugphase Checklisten, die abgearbeitet werden müssen. Daneben muss man ständig den Flugfunk abhören und die Anweisungen der Lotsen befolgen.

Viel Arbeit nimmt einem der Bordcomputer ab. So steuert er das Flugzeug entlang der programmierten Route und stellt automatisch die Funkempfänger der Navigation auf die nächstgelegenen Sendestationen ein. In einem Flugzeug sind viele verschiedene Navigationsinstrumente vorhanden: 3 IRS (Intertial Referenz Systems = Trägheits-Navigations-Systeme), GPS und die Funknavigation. Der Computer kann aufgrund all dieser System fast auf den Meter genau jederzeit die Position des Flugzeuges bestimmen und Anzeigen. Die Piloten müssen aber wenn möglich diese Daten immer mit einem Blick nach draussen auf markante Geländestrukturen (Berge, Flüsse, Strassen, Seen, Städte usw.) überprüfen. Es wird nie langweilig im Cockpit.

Um vergleichen zu können, wie realistisch die Flüge im Simulator sind und welche Unterschiede zu einem echten Flug bestehen, habe ich diverse Videos und DVD's von echten Flügen in Cockpits von verschiedenen Grossraumflugzeugen gekauft. Die Flüge im Simulator können zu fast 100% echten Flügen nachgeflogen werden. Viele Piloten verwenden zu Übungszwecken oder bevor sie einen ihnen unbekannten Flugplatz zum ersten mal anfliegen ebenfalls den Flugsimulator auf dem PC.

Einen Flug im Simulator von Genf nach Zürich in einer Boeing 737-400, wie sie im FS9 dabei ist, habe ich ins Internet gestellt. Es handelt sich um einen sehr vereinfachten Flug, ohne Bordcomputer, nur per Autopilot gesteuert. Aber die Gespräche mit der Flugsicherung sind ins Deutsche übersetzt dabei. So kann man einen kleinen Einblick bekommen, wie so ein Flug in etwa vor sich geht.

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Erzeugt Freitag, 20. Juni 2008
von wabis
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Geändert Mittwoch, 29. Februar 2012
von wabis